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Book Release: Kommunale Politik im Wandel

Kommunen sind Orte der erlebbaren Politik. Nirgendwo sonst ist der Austausch zwischen BürgerInnen, Verwaltung und Politik so eng wie auf der lokalen Ebene. Doch wie genau sehen politische Strukturen und Gestaltungsmöglichkeiten aus? Wie stellen sich politische Kultur und Bürgerbeteiligung dar?

Im Auftrag der Stadt Tübingen hat Rolf Frankenberger diese Fragen zusammen mit einem Team für die Fälle Tübingen und Petrosawodsk untersucht. Dabei wurden in Experteninterviews und anhand von Dokumentenanalysen Unterschiede und Gemeinsamkeiten hhinsichtlich der Strukturen, politischen Kulturen und der Rolle der Bürgerbeteiligung herausgearbeitet.

Das Ergebnis präsentiert Rolf frankenberger am 17.11. um 19 Uhr im Salzstadel bei der Jakobuskirche, Madergasse 7, 720270 Tübingen.

  • Rolf Frankenberger & Isabell Kiener (2015): Kommunale Politik im Wandel. Petrosawodsk und Tübingen. Kleine Tübinger Schriften, Heft 42. Tübingen: Universitätsstadt Tübingen. ISBN 978-941818-23-1.

Zukunft des Wissenschaftssystems – Fachtagung bei der FES

“Alles exzellent? Die Zukunft des Wissenschaftssystems” Die Unter diesem Titel veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung zusammen mit dem Netzwerk Exzellenz an deutschen Hochschulen eine Fachtagung. Etwa 30 FachwissenschaftlerInnen diskutierten dabei mit VertreterInnen der FES und der SPD Beiträge zur Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative nach 2017. Unter anderem stellte Rolf Frankenberger seine Überlegungen zur  Zukunft der Exzellenzförderung vor.

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Im Anschluss stellte  Hubertus Heil, MdB, in einem Impuls den Zukunftspakt für Exzellenzförderung und junge Wissenschaftler_innen vor. Dieser wurde in einer Gesprächsrunde lebhaft diskutiert.

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Man darf gespannt sein, inwieweit eine Neuorientierung in der Wissenschaftsförderung umgesetzt werden kann.

Demokratie-Monitoring Baden Württemberg vorgestellt

Am 06.05.2015 wurden die Ergebnisse des Demokratie-Monitoring Baden-Württemberg 2013/14 im Landtag der interessierten Öffentlichkeit und den Abgeordneten des Landtags vorgestellt.

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(c)kdbusch; Baden-Württemberg Stiftung

Im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung hatten Forscherteams der Universitäten Tübingen, Freiburg, Mannheim und Stuttgart die “Qualität” der Demokratie untersucht. In der Eröffnungsrede betonte Landtagspräsident Wilfried Klenk MdL die Bedeutung aktiver Bürgerinnen und Bürger für die Qualität der Demokratie. Und die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung Gisela Erler verwies auf die Notwendigkeit, die Demokratie nicht nur zu vitalisieren, sondern auch regelmäßig ihren Entwicklungsstand zu prüfen.

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©kdbusch; Baden-Württemberg Stiftung

 In der von Daniel Buhr, Josef Schmid und mir durchgeführten Tübinger Teilstudie wurden insgesamt 275 Personen nach lebensweltlichen Bezügen und Mustern politischer Interessen, Orientierungs- und Handlungsmuster gefragt. Und es wurde untersucht, welche Auswirkungen diese auf Demokratie, Demokratiebewertung und die politische Beteiligung haben. Die Interviews dauerten zwischen 12 Minuten und zwei Stunden. Bei der Auswahl der Gesprächspartner wurden sowohl regional-siedlungsräumliche als auch sozio-demographische Kriterien berücksichtigt, um größtmögliche Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse zu erreichen.

Die Studie bestätigt die These einer Pluralisierung politischer Lebenswelten. Es finden sich insgesamt sieben Lebenswelten, die sich in drei unterschiedliche Gruppen zusammenfassen lassen:

  • Unpolitische und Distanzierte bilden die politikfernen Lebenswelten.
  • Gemeinwohlorientierte, Elektorale und Macher sind drei zentrale delegative Lebenswelten.
  • Mitgestalter und Mitbestimmer konstituieren die partizipatorischen Lebenswelten.

Wie Abbildung 1 zeigt, unterscheiden sich diese Lebenswelten nicht nur im Verständnis von Demokratie und Politik, sondern auch hinsichtlich der Partizipationsniveaus und -formen. Und sie sind unterschiedlich häufig zu finden, wie die Größe der jeweiligen Ellipsen zeigt. Die Muster verweisen auf den dominanten Partizipationsmodus im Falle von Partizipation. Diagonale Muster verweisen auf soziale Partizipation, Karos repräsentieren politische Partizipation und Punkte kombinierte soziale und politische Partizipation. Partizipation kann dann in unterschiedlicher Kombination hinsichtlich der Formen und Themen auftreten.

Abbildung 1: Politische Lebenswelten

politische Lebenswelten

(c) Frankenberger, Buhr, Schmid

Da diese Lebenswelten sich nicht eindeutig über sozio-demographische oder sozio-ökonomische Variablen (z.B. Schicht) oder alltagsästhetische Segmentierungen (Milieus) fassen lassen, bietet die vorliegende Typologie ein erhebliches Potential für gezielte Politikberatung und die Gestaltung partizipativer Verfahren. Denn mit den identifizierten Idealtypen werden wichtige Vorstellungswelten und Handlungsmuster aus der Mitte der Gesellschaft kartiert.

(c)kdbusch; Baden-Württemberg Stiftung

(c)kdbusch; Baden-Württemberg Stiftung

Vor dem Hintergrund der unterschiedlich differenzierten alltagsweltlichen Vorstellungen von und Einstellungen zu Politik und Demokratie stellt sich erneut die Frage: Wie kann die Qualität der Demokratie verbessert werden?

  • Ganz zentral erscheint es, die Kenntnisse über Funktionsweisen und Zuständigkeiten im politischen System zu stärken – Stichwort Demokratieunterricht
  • Möglichkeiten zum Einüben demokratischer Praxis bieten, die auf den Lebensweltlichen Hintergrund zugeschnitten sind.
  • Mehr und unterschiedlichere Formen von Partizipationsmöglichkeiten wären dabei ein Weg.
  • Die systematische Kombination von repräsentativen und partizipatorischen Elementen ein anderer.
  • Nicht zuletzt sollte Politik wieder näher zu den Bürgerinnen und Bürgern gebracht werden sowie Individuelle UND gemeinwohlorientierte Bezüge gestärkt werden.

Literatur:

Politische Lebenswelten – Ergebnisse einer qualitativen Studie in Baden-Württemberg.

Im Rahmen des  Forschungsprogramms Demokratie-Monitoring als Teil des Gesamtprogramms “Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft”, welches die Universitäten Mannheim, Tübingen, Stuttgart und Freiburg im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH durchführen haben wir – Daniel Buhr, Josef Schmid und ich – das Teilprojekt 2 “Demokratie und Lebenswelt” durchgeführt. Dabei haben wir 275 Personen in 14 Kommunen in qualitativen Interviews nach ihrem Politikverständnis, Demokratiebegriff, Beteiligung und alltagsweltlichen Bezügen gefragt.

Im Kern bestätigt die Studie die These einer Pluralisierung politischer Lebenswelten. Es finden sich insgesamt sieben Lebenswelten, die sich in drei unterschiedliche Gruppen zusammenfassen lassen:

  • Unpolitische und Distanzierte bilden die politikfernen Lebenswelten.
  • Gemeinwohlorientierte, Elektorale und Macher sind drei zentrale delegative Lebenswelten.
  • Mitgestalter und Mitbestimmer konstituieren die partizipatorischen Lebenswelten.

Diese Lebenswelten sind wiederum nicht eindeutig über sozio-demographische oder sozio-ökonomische Variablen (z.B. Schicht) zu fassen. Ähnlich problematisch erscheinen alltagsästhetische Segmentierungen (Milieus), die nicht explizit Politik- und Demokratieverständnis abfragen. Selbst sozialisatorische Pfade eignen sich nur bedingt zur eindeutigen Unterscheidung politischer Lebenswelten, da inzwischen auch postmaterialistische und postmoderne Wertorientierungen in der Familie sozialisiert werden.

Sie sind neugierig geworden?

Anlässlich des Erscheinens der Referenzpublikation werden die Ergebnisse am

Mittwoch den 6.Mai 2015 von 12:30 – 14:00 Uhr im Landtag von Baden-Württemberg öffentlich vorgestellt.

Weitere Informationen zu dieser kostenlosen Veranstaltung und Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf der Seite des Beteiligungslotse Baden-Württemberg.

Abitur und Studierfähigkeit

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Abitur, Vergabe der allgemeinen Hochschulreife und der Vermittlung von Studierfähigkeit? Dieser und anderen Fragen stellen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz und Österreich aus verschiedenen Fächern in  der neuesten Publikation der Reihe “Gymnasium – Bildung – Gesellschaft”, die von Susanne Lin-Klitzing, David Di Fuccia und Roswitha Stengl-Jörns in Zusammenarbeit mit dem DPhV herausgegeben wird.

Einen Überblick über den Inahlt des Bandes finden Sie hier als PDF. Das Einführende Kapitel können Sie hier als PDF herunterladen.

  • Lin-Klitzing, Susanne / Di Fuccia, David / Stengl-Jörns, Roswitha (Hrsg.): Abitur und Studierfähigkeit. Ein interdisziplinärer Dialog. (Gymnasium – Bildung – Gesellschaft). Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, ISBN 978-3-7815-1987-9

Im Rahmen dieses Sammelbandes habe ich mich mit der Frage der Konzeption von Studierfähigkeit im Fach Politikwissenschaft sowie deren Erfassbarkeit beschäftigt. (Der Beitrag stellt eine gründlich überarbeitete Version des hier diskutierten Beitrags “Kritische Übergänge. Theoretische Überlegungen und empirische Befunde zur Frage der Studierfähigkeit. Tübinger Beiträge zur Hochschuldidaktik 9(3)” dar.)


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