Gestern Abend hielt Lynne Tirrell von der University of Connecticut im Rahmen der Science&Innovation Days einen spannenden Vortrag darüber, wie öffentliche Diskurse durch die Verwendung von toxischer Sprache nach rechts verschoben werden und extremistische Positionen sagbar werden. Sie verwendet das Konzept der Sprachspiele von Wittgenstein in Verbindung mit epidemiologischen Konzepten, um aufzuzeigen, über welche Mechanismen Diskurse nach und nach “vergiftet” werden und ein Klima von Feindseligkeit und Gewalt erzeugen. In einem Interview mit dem “Epidemiology Monitor” erläutert sie ihr Konzept sehr prägnant.
Ich hatte die Freude, Lynne Tirrells Vortrag kommentieren und mit ihr und Niels Weidtmann im Rahmen der Veranstaltung diskutieren zu können. Gerade für die Analyse rechter Diskurtsverschiebungen und der Adaprtion extrem rechter Sprache durch den gesellschaftlichen Mainstream in Deutschland kann ihr Konzept durchaus fruchtbar eingesetzt werden.
Wer sich für Lynne Tirrells Arbeit interessiert, findet auf ihrer Homepage zahlreiche Informationen und Links zu Publikationen.
Tirrell, Lynne: “Toxic Speech,” Philosophical Topics, issue on Philosophy of Language, 45: 2, Fall 2017, pp. 139-161.
Tirrell, Lynne: “Discursive Epidemiology: Two Models,” the Proceedings of the Aristotelian Society Supplementary Volume, Summer 2021.

