Archive for the 'Autocracy' Category

Und sie re(gu)lieren doch! Policy making, Performanz und Legitimation in Autokratien

Autoritäre Regime setzen neben Repression und Kooptation auch auf redistributiv-
ökonomische und legitimatorisch-ideologische Strategien, um ihr Überleben zu sichern. In dem Aufsatz, den ich gemeinsam mit Aron Buzogány und Patricia Graf verfasst habe, diskutieren wir zunächst konzeptionell unterschiedliche Möglichkeiten der Legitimation durch Policy-Making, die (auch) in Autokratien infrage kommen. Wir verdeutlichen diese Konzeptualisierung indem wir autokratische Legitimationsstrategien in distributiven, redistributiven und regulativen Politikfeldern exemplarisch darstellen. Dabei zeigt sich, dass Legitimation durch Policy-Making ein zweischneidiges Schwert ist, denn es birgt Legitimationspotenziale ebenso wie -risiken. Der Vergleich der Politikfelder Innovations-, Umwelt- und Familienpolitik zeigt, dass distributive Policies eher legitimierende Wirkungen entfalten können, während regulative und redistributive Policies aufgrund ihres eher konfliktiven Charakters bestenfalls als ambivalent einzuschätzen sind.

  • Buzogány, Aron, Rolf Frankenberger, and Patricia Graf (2020): Und sie re(gu)lieren doch! Policy-Making, Performanz und Legitimation in Autokratien. In: Wiesner, Claudia and Philipp Harfst (eds.): Legitimität und Legitimation. Vergleichende Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS, S.277-314.

Nachschlagen, was das ist, ein Diktator.

Diktatoren sind nicht einfach despotische Alleinherrscher. Moderne Autokratien verfügen über differenzierte politische Ordnungen zur Sicherung ihrer Herrschaft. Genauso differenziert gestalten sich Definitionen und Typologien der Autokratieforschung. Diktatoren sind dabei lediglich die herausragenden Vertreter autoritärer Herrschaft, die in vielfältiger Weise institutionalisiert und durchaus stabil ist. Denn Autokraten suchen ihre Regime über Legitimation, Kooptation und Repression zu sichern und werden uns als Phänomen zunehmend beschäftigen.

Wie also werden zentrale Begriffe und Konzepte der neueren politikwissenschaftlichen Autokratieforschung definiert, welche Unterscheidungsmerkmale, Typologien, Analyseraster und Funktionslogiken autokratischer politischer Systeme gibt es und
– schließlich – welche Entwicklungstrends lassen sich beobachten?

Das und mehr können Sie weiterlesen in:

Despoten auf dem Vormarsch? Zu Gast bei Gert Scobel.

Einschlägige Demokratieindizes wie etwa der „Economist Democracy Index“ oder der „Freedom House Freedom in the World Index“ verzeichnen seit einigen Jahren einen Rückgang der demokratischen Qualität, der politischen Freiheit und der bürgerlichen Rechte in der Welt. Und populistische Bewegungen und Parteien finden nicht nur in Europa Zulauf.

Sind also Diktaturen und Despoten auf dem Vormarsch?

Zu dieser und anderen Fragen rund um die Themen Autokratie, Populismus und Herrschaft habe ich zusammen mit Heike Holbig  (Goethe Universität Frankfurt und GIGA Hamburg), Christian Mihr (Reporter ohne Grenzen) und Gert Scobel am 14.12.2017 in der Sendung Scobel auf 3sat.

Die Sendung ist in der Mediathek unter https://www.3sat.de/webtv/?171214_sendung_scobel.rm abrufbar.

Policy Making and Legitimation in Autocracies

In addition to repression and co-optation, authoritarian regimes use redistributive and legitimizing strategies in order to secure their survival. In a new article my collegues Aron Buzogány, Patricia Graf and I conceptualize and discuss different opportunities of legitimation through policy-making that can be used in autocracies. We exemplify this concept by outlining and comparing autocratic legitimation strategies in innovation policy. Legitimation through policy-making is a double-edged sword, as it includes both potentials and risks for legitimation.

  • Aron Buzogány, Rolf Frankenberger & Patricia Graf (2016): Policy-Making und Legitimation in Autokratien: Das Beispiel der Innovationspolitik. Totalitarismus und Demokratie 13 (2), S. 257–280.

Municipalities in a comparative perspective.

In a new publication I discuss theoretical and methodological issues of comparing Municipalities in Germany and Russia (or more in genereal, if you want, in any cross-regional comparison of cases). Drawing on experiences in cross-regional comparisons of Russia and Venezuela (Frankenberger & Graf 2011; Frankenberger & Graf 2013) as well as Russian and German Municipalities (Frankenberger & Kiener 2015), I argue that it is a too narrow analysis, if you only focus on local political order. It might be more useful to widen the perspective in two ways. First, the systemic context has to be taken into account. This is not only true for formal multilevel governance but also for informal institutions and politics.

Informal Politics and relations between actors on the municipal level are often mor important than formal power relations and party affiliations. Especpecially when it comes  to conrete projects. One solution to the problem in comparing municipalities from different regions could then be to use structuralist and functionalist approaches as heuristics: What institution and what actor doe fulfil which functions in the respective context? How do they interfere/interact with political culture, political economy and the broader political system? Even if this heuristics might not lead to a rigorous case design as MDSD or MSSD, the insights of the comparison are far more systematic and generalizeable than they would be by doing single case studies

  • Rolf Frankenberger (2016): Ungleiches im Gleichen. Theoretische und methodische  Herausforderungen des Vergleichs von Kommunen in Deutschland und Russland. Jahrbuch des Föderalismus. Baden-Baden: Nomos, S.137-150.

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