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Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg

Im Rahmen der Tagung “Jugendbeteiligung wirksam gestalten” der Evangelischen Akademie Bad Boll habe ich empirische Befunde zur Jugendbeteiligung aus dem Demokratie-Monitoring Baden-Württemberg vorgestellt. Die zentralen Befunde “in a nutshell”:

Wie sieht Jugendbeteiligung aus?

  • Jugendliche sind (auch politisch, vor allem aber sozial) engagiert.

Wie unterscheidet sich Jugendbeteiligung von gesamtgesellschaftlichen
Beteiligungsmustern?

  • Jugendliche sind politisch weniger interessiert und weniger aktiv als der Rest.
  • Jugendliche sind häufiger in informellen Gruppen und in Vereinen aktiv.

Welche Rolle spielt die politische Lebenswelt der Bürgerinnen und
Bürger?

  • Sozialisatorische Bezüge der Lebenswelt sind zentral für die Art und Weise der
    politischen Orientierungen
  • Menschen partizipieren nur dann, wenn sie einen persönlichen Bezug / persönliche Relevanz erkennen oder herstellen können. Daher ist es auch nihct verwunderlich, dass junge Menschen vor allem in der Schule, in Vereinen und in der Jugendarbeit aktiv sind.

Hier gibt es die Folien mit weiteren Informationen.

Politische Lebenswelten – Ergebnisse einer qualitativen Studie in Baden-Württemberg.

Im Rahmen des  Forschungsprogramms Demokratie-Monitoring als Teil des Gesamtprogramms “Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft”, welches die Universitäten Mannheim, Tübingen, Stuttgart und Freiburg im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH durchführen haben wir – Daniel Buhr, Josef Schmid und ich – das Teilprojekt 2 “Demokratie und Lebenswelt” durchgeführt. Dabei haben wir 275 Personen in 14 Kommunen in qualitativen Interviews nach ihrem Politikverständnis, Demokratiebegriff, Beteiligung und alltagsweltlichen Bezügen gefragt.

Im Kern bestätigt die Studie die These einer Pluralisierung politischer Lebenswelten. Es finden sich insgesamt sieben Lebenswelten, die sich in drei unterschiedliche Gruppen zusammenfassen lassen:

  • Unpolitische und Distanzierte bilden die politikfernen Lebenswelten.
  • Gemeinwohlorientierte, Elektorale und Macher sind drei zentrale delegative Lebenswelten.
  • Mitgestalter und Mitbestimmer konstituieren die partizipatorischen Lebenswelten.

Diese Lebenswelten sind wiederum nicht eindeutig über sozio-demographische oder sozio-ökonomische Variablen (z.B. Schicht) zu fassen. Ähnlich problematisch erscheinen alltagsästhetische Segmentierungen (Milieus), die nicht explizit Politik- und Demokratieverständnis abfragen. Selbst sozialisatorische Pfade eignen sich nur bedingt zur eindeutigen Unterscheidung politischer Lebenswelten, da inzwischen auch postmaterialistische und postmoderne Wertorientierungen in der Familie sozialisiert werden.

Sie sind neugierig geworden?

Anlässlich des Erscheinens der Referenzpublikation werden die Ergebnisse am

Mittwoch den 6.Mai 2015 von 12:30 – 14:00 Uhr im Landtag von Baden-Württemberg öffentlich vorgestellt.

Weitere Informationen zu dieser kostenlosen Veranstaltung und Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf der Seite des Beteiligungslotse Baden-Württemberg.

Demokratie-Monitoring Baden-Württemberg – ein kurzer Überblick

Wie stehen die Menschen in Baden-Württemberg zu Demokratie und Beteiligung?

Das ist das Haupterkenntnisziel des Forschungsprojekts “Demokratie-Monitoring Baden-Württemberg”, welches Teil des Programms “Bürgerbeteiligung” der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH ist, welches die Universitäten Mannheim, Tübingen, Stuttgart und Freiburg im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung durchführen.

Das Monitoring besteht aus drei Teilprojekten.

  1. Teilprojekt 1 –  Bürger und Demokratie in Baden-Württemberg. Repräsentativer Survey mit 3019 Einwohnern des Bundeslandes Baden-Württemberg. Projektteam: Jan van Deth, Rüdiger Schmitt-Beck, Thorsten Faas, Saraj Odrakiewicz (MZES).
  2. Teilprojekt 2 – Demokratie und Lebenswelten. Qualitative Interviews mit ~ 275 Bürgerinnen und Bürgern in 14 Kommunen. Projektteam: Daniel Buhr, Rolf Frankenberger, Josef Schmid.
  3. Teilprojekt 3 – Die wahrgenommenen Wirkungen von Buergerbeteiligung. Interviews mit Beteiligten aus Politik, Verwaltung, Bürgerschaft, Lokalredaktionen und Moderatoren. Projektteam: Angelika Vetter, Ulrich Eith, Saskia Geyer

Zusammen genommen sollen die drei Teilprojekte nicht nur eine Bestandsaufnahme leisten, sondern zeigen zudem Perspektiven auf, die zu einer Verbesserung der Qualität der Demokratie in Baden-Württemberg beitragen können: durch die Identifikation der Potentiale für verschiedene Formen einer stärkeren direktdemokratischen Beteiligung und Differenzierung dieser Potentiale nach verschiedenen Bevölkerungsgruppen, Lebenswelten und Rahmenbedingungen.

Partizipation im Wandel – Studie der Bertelsmann Stiftung

Unter dem Titel ” Partizipation im Wandel – Unsere Demokratie zwischen Wählen, Mitmachen und Entscheiden” hat die Bertelsmann-Stiftung in Kooperation mit dem Staatsministerium Baden-Württemberg eine Studie zu den Auswirkungen neuer beteiligungsformate und -anforderungen auf das Funktionieren des repräsentativ-demokratischen politischen Systems durchgeführt.

Dabei wurden 2700 Bürgerinnen und Bürger sowie 680 Mitglieder der politischen Eliten (Bürgermeister, Dezernenten und Ratsmitgleider) in 27 Kommunen in Deutschland befragt.

Der zentrale Befund für die kommunale Ebene: verschiedene Formen demokratischer Partizipation stärken sich gegenseitig. Sowohl direkt-demokratische als auch dialogische Verfahren stehen in einem positiven Zusammenhang mit repräsentativ-demokratischen Verfahren, sie schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern stützen einander.

Gerade bei den Bürgerinnen und Bürgern stehen dialogische Verfahren der Bürgerbeteiligung, des Mitmachens und Mitredens hoch im Kurs. 76% der befragten Bürgerinnen und Bürger wünschen sich die Möglichkeit des Mitdiskutierens vor politischen Entscheidungen. 69% wünbschen sich die Möglichkeit des Entscheidens über wichtige kommunale fragen und 64% halten nach wie vor Wahlen für die zentrale Form politischer Einflussnahme.

Abbildung01

Gerade für die kommunale Ebene gilt also: unsere Demokratie ist vielfältig geworden. Die Kern-Ergebnisse der Studie können Sie hier herunterladen.

Die gesamte Studie ist im Buchhandel erhältlich:

Bertelsmann Stiftung / Staatsministerium Baden-Württemberg (2014) (Hrsg.):Partizipation im Wandel. Unsere Demokratie zwischen Wählen, Mitmachen und Entscheiden. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung. 518 Seiten, Broschur, 38 Euro, ISBN 978-3-86793-588-3

La lucha de los mineros…

…es la lucha de todos los trabajadores – the struggle of the miners is the struggle of all workers. That is at least the way the communist movement in Spainand others framed the so called black march of the spanish miners to Madrid on 11. July 2012.

It was organized to protest  against the cutting of subventions in the mining industry by at least two thirds. As all over Europe the mining industry suffers from deficits as they are not competitive in the world markets and as especially coal is becoming more and more critizised as a source of energy. Thus, this traditionally important sector was alimented by the state – in order to keep energy supply autonomous and to keep the well organized unions calm. But now wat happened for example in Germany in the 1980ies and 90ies – a substantive change of the industrial structures in the mining areas was implemented and subventions were cut by and by- coincides with the energy turn and the financial crisis all t the same time in Spain. This causes severe social problems and thus the miners ar upset and angry. And in fear of losing their jobs. Who could blame them for this? Their March to Madrid led them to Sol, one of the central places near Plaza Mayor in the core of the city. There the central demonstration took place. Ironically enough, while the miners waving red flags, Mickey Mouse and other figures – which are often interpreted as symbols of american neoliberal capitalim – passed Puerta del Sol.

Later in the evening the demonstration escalated into smaller riots with the demonstrators throwing fireworks on the security forces and burning some stuff in the streets. Police immediately cleared the places, for example Callau, immediately using sticks, tear-gas and other means of the central force. Time by times, also democracy shows that its political regime relies on the monopoly of power, as all political regimes do – be they democratic or autocratic. Sitting in a little tapas bar near Callau I witnessed sounds of shooting, police sirenes and people running away and hiding in house entrances. The landlord also was a little upset, so we cleared the tables in front of the ba and went inside. A few hours later, nothing remained of the demonstrations and the city came back to its calmness and southern relaxedness. It was quite embarassing how cool most of the people reacted even though a distrust  aginst the security forces was quite present. Would be interesting to know what the image o the police is and where it origins. Maybe Franco-ism is not this long ago and the image is far away from the german “friend and helper”.

By the way, IPSA 2nd World Conference of Political Science was quite huge, well organized and lots of interesting panels were held.


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